- Kategorie
- Gardijske brigade
- Unterkategorie
- 3. gardijska brigada 'Kune', Osijek
3. bojna "Kobre" Slavonski Brod 3. gardijske brigade HV
Geschichte der Einheit
Die 3. bojna „Kobre" wurde als Infanteriebataillon der 3. gardijske brigade des Zbor narodne garde (ZNG) im Raum Slavonski Brod (Brodsko-posavska županija) aufgestellt. Operatives Zentrum der Formierung war das Ausbildungs- und Rekrutierungszentrum „Jelas" in Slavonski Brod. Das Personal rekrutierte sich vorrangig aus aktiven und Reservekräften der Polizei, die bereits Lehrgänge des Innenministeriums (MUP) durchlaufen hatten, sowie aus Freiwilligen. In der Anfangsphase umfasste die Einheit rund 350 ausgebildete Angehörige. Als vorbereitende Schritte gelten die erste öffentliche Truppenschau am 30. Mai 1991 auf dem Stadion des Fußballklubs „Borac" im Stadtteil Podvinje sowie eine weitere Truppenschau am 5. Juni 1991, nach der die Mannschaft vollständig nach Jelas verlegt wurde. Als offizielles Gründungsdatum gilt der 12. Juni 1991, an dem das Bataillon formell als 3. pješačka bojna der 3. gardijske brigade des ZNG in Slavonski Brod aufgestellt wurde; an diesem Tag unterzeichneten die Freiwilligen und Polizisten professionelle Verträge und wurden damit Berufssoldaten. Am 1. Juni 1991 war Krešimir Šipoš zum Kommandeur des ZNG für die Gemeinde Slavonski Brod ernannt worden und gilt als erster Kommandant und maßgeblicher Organisator des Bataillons. Als weitere Kommandanten im Kriegsverlauf werden Dragan Dikanović, Mladen Kruljac, Martin Kranjec, Božo Kevo und Ivo Obrovac genannt.
Taktisch zeichnete sich die Einheit dadurch aus, dass sie überwiegend nach Kompanien (satnije) getrennt und nicht als geschlossener Verband operierte, bedingt durch Mangel an Panzerung und feindliche Feuerüberlegenheit; daraus resultierte hohe operative Beweglichkeit, die auch den Beinamen „Kobre" (Kobras) begründete.
Im Kriegsverlauf war die Einheit an der Verteidigung Ostslawoniens beteiligt (u. a. Osijek, Vinkovci, Nuštar, Baranja im Juli/August 1991) und kämpfte in Westslawonien im Herbst/Winter 1991 um Gornji Bogićevci, Kosovac, Donji Bogićevci, Čovac, Smrtići und Pivare. Zudem wird ein Einsatz in der bosnischen Posavina belegt. Im Rahmen der Operation Maslenica (Januar 1993) wurde das Bataillon nach der serbischen Gegenoffensive „Čelik" per Hubschrauber-„Vertikalmanöver" ins Zadarer Hinterland verlegt und übernahm bei Kašić zentrale Kampfaufgaben; Angehörige gerieten dabei im Weiler Laketići rund 20 Stunden in Einkesselung. Für die Gesamtbrigade werden 392 Gefallene, 15 Vermisste und 1088 Verwundete dokumentiert; einheitsspezifische Zahlen für das Bataillon selbst nennen die Quellen nicht gesondert.