1. domobranska bojna Pula
Geschichte der Einheit
Die 1. domobranska bojna Pula wurde am 30. April 1992 durch Befehl des kroatischen Präsidenten Franjo Tuđman sowie durch nachfolgende Ausführungsverfügung des Verteidigungsministeriums vom 2. Mai 1992 aufgestellt. Die Aufstellung erfolgte im Gebäude des ehemaligen Verteidigungsamtes (Forum 13, Pula) in den Räumlichkeiten der früheren Teritorijalna obrana. Die Bojna rekrutierte sich überwiegend aus Wehrpflichtigen der ehemaligen Gemeinde Pula (Pula, Ližnjan, Medulin, Vodnjan, Marčana, Barban) sowie aus Rovinj, Pazin, Labin und Lupoglav. Ihre ursprüngliche Aufgabe bestand in der Intervention bei Angriffen auf Pula und Umgebung, der Bekämpfung von Diversions- und Terrorgruppen sowie dem Schutz wichtiger Objekte.
Auf Befehl des stellvertretenden Kommandeurs des Zborno područje Gospić, gestützt auf den Plan zum Einsatz von Domobranska-Einheiten vom 9. Oktober 1993, wurde die Bojna als erste Domobranska-Einheit aus der Gespanschaft Istrien an die Front verlegt. Am 17. Oktober 1993 übernahm die 1. satnija die Verteidigung eines Frontabschnitts bei Ramljani im Gebiet des Lika-Kriegsschauplatzes, später abgelöst durch die 2. und 3. satnija; die 4. satnija und Teile der Verstärkung kamen nicht zum Einsatz. Die Einheit war fast täglichem Infanteriebeschuss ausgesetzt, die 2. satnija zusätzlich rund zwei Wochen lang Artilleriebeschuss. Aufgabe war die entschiedene Verteidigung des Dorfes Ramljani, verbunden mit Aufklärung, Bau von Beobachtungs- und Schutzstellungen sowie Unterständen. Die Bojna war größtenteils in der Kaserne Ramljani untergebracht, zusammen mit der Samostalna domobranska satnija aus geflüchteten Domobranen von Korenica. Sie richtete eine chirurgische Sanitätsstelle und Apotheke ein, maßgeblich betreut von Dr. Orijano Bulić sowie den Ärzten Dr. Staša Stemberga und Dr. Fabio Božac. Kommandant war natporučnik Boris Ružić, Stellvertreter Vladimir Rojnić und Anton Borina, IPD-Offiziere Dr. Nevio Šetić und Boris Ušić. Als Kompaniekommandanten werden Željko Vorić, Đildo Pliško und Vazmoslav Pereša genannt, ferner Stevko Mirković, Ljupčo Taškovski, Franko Pepoli und Janko Mošnja.
Die Einheit wurde am 2. Mai 1994 demobilisiert, eine interventna satnija blieb einsatzbereit. Es gab keine Gefallenen oder durch Infanteriefeuer Verwundeten, keine Desertionen. Über die Bojna berichteten „Glas Istre“ und „Hrvatski vojnik“. Auszeichnungen kamen vom Präsidenten, dem Generalstabschef und dem Kommando der 133. brigade. Die Einheit wurde 1999 im Zuge der HV-Umstrukturierung aufgelöst.